| Deklaration
des Parlaments der Weltreligionen |
|
Auszug aus:
Erklärung
zum Weltethos. Die Deklaration des Parlamentes der Weltreligionen, hrsg.
v. Hans Küng u. Karl-Josef Kuschel, München (Piper) 1993.
In
diesem Büchlein finden sich neben der Erklärung noch ein Artikel
von Hans Küng zur Geschichte, Genese und Zielsetzung der Erklärung,
und ein Artikel von Karl-Josef Kuschel zum Parlament der Weltreligionen
und zu dessen 100-Jahr-Feier, bei welcher die von Hans Küng erarbeitete
Erklärung von einer überwiegenden Mehrzahl der Delegierten
verabschiedet wurde.
|
A. |
Vorwort  |
B. |
Einführung  |
C. |
Die Prinzipien eines Weltethos  |
I. |
Keine neue Weltordnung ohne ein Weltethos  |
II. |
Grundforderung:
Jeder Mensch muß menschlich behandelt werden  |
III. |
Vier
unverrückbare Weisungen  |
1. |
Verpflichtung auf
eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben  |
2. |
Verpflichtung auf
eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung  |
3. |
Verpflichtung auf
eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit  |
4. |
Verpflichtung auf
eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann
und Frau |
IV. |
Wandel
des Bewußtseins  |
D. |
Es
unterschrieben  |
|
 |
Vorwort
|
Niemand
dürfte heute noch ernsthaft bestreiten: Eine Weltepoche,
die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik,
Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.
Das heißt: eines Grundkonsenses bezüglich verbindender Werte,
unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen.
Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft früher
oder später das Chaos oder eine Diktatur. Keine bessere Weltordnung
ohne ein Weltethos!
Ein Weltethos meint dabei weder eine Weltideologie
noch eine einheitliche Weltreligion jenseits aller bestehenden Religionen
noch eine Mischung aus allen Religionen. Die Menschheit ist der Einheitsideologien
müde,
und die Religionen der Welt sind in ihren Glaubensauffassungen und »Dogmen«,
ihren Symbolen und Riten ohnehin so verschieden, daß eine »Vereinigung« sinnlos,
ein synkretistischer Cocktail ungenießbar wäre.
Ein Weltethos will auch nicht die Hochethik
der einzelnen Religionen durch einen ethischen Minimalismus ersetzen.
Die Tora der Juden, die Bergpredigt der Christen, der Koran der Muslime,
die Bhagavadgita der Hindus, die Reden des Buddha, die Sprüche des Konfuzius: Sie alle
bleiben die Grundlage für Glauben und Leben, Denken und Handeln
für Hunderte von Millionen von Menschen. Was dann?
Ein Weltethos will das, was den Religionen
der Welt trotz aller Verschiedenheiten jetzt schon gemeinsam ist, herausarbeiten
und zwar in bezug auf menschliches Verhalten, sittliche Werte und moralische
Grundüberzeugungen. Anders
gesagt: Das Weltethos reduziert die Religionen nicht auf einen ethischen
Minimalismus, wohl aber stellt es das Minimum dessen heraus, was den
Religionen der Welt schon jetzt im Ethos gemeinsam ist. Es ist gegen
niemanden gerichtet, sondern lädt alle ein, Gläubige wie Nichtgläubige,
sich dieses Ethos zu eigen zu machen und entsprechend zu handeln.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Religionen
hat es der Council des Parlaments der Weltreligionen, das vom 28. August
bis zum 4. September 1993 in Chicago unter Beteiligung von 6500 Menschen
aus allen möglichen
Religionen tagte, gewagt, eine Erklärung zu einem Weltethos ausarbeiten
zu lassen und vorzulegen. Und wie nicht anders zu erwarten war, hat diese
Erklärung denn auch während des Parlaments heftige Diskussionen
ausgelöst. Aber das Erfreuliche ist: In einer Zeit, wo so viele
Religionen in politische Konflikte, ja, blutige Kriege mitverwickelt
sind, haben Repräsentanten höchst unterschiedlicher großer
und kleiner Religionen diese Erklärung mit ihrer Unterschrift sich
zu eigen gemacht, stellvertretend für ungezählte Gläubige
auf dieser Erde.
Diese Erklärung bildet nun die Basis für einen umfangreichen
Diskussions- und Akzeptanzprozeß, der in allen Religionen – so
hoffen wir – ausgelöst werden wird. Denn selbstverständlich
ist diese Erklärung zu einem Weltethos – ähnlich wie die erste
Erklärung für die Menschenrechte 1776 im Zusammenhang der amerikanischen
Revolution – nicht ein Endpunkt, sondern ein Anfangspunkt. Das war von
vornherein klar und wurde am Ende des Parlaments dadurch noch einmal
eigens zum Ausdruck gebracht, daß man diese Erklärung als
eine »initial declaration toward a global ethic« bezeichnete.
Damit ist die Hoffnung verbunden, daß dieses Dokument einen Prozeß auslösen
möge, der das Verhalten der Menschen in den Religionen im Blick
auf Verständigung, Respekt und Zusammenarbeit verändert. Und
wenn alles gut geht, werden wir in nicht allzu ferner Zeit weitere Erklärungen
haben, die das Weltethos der Religionen weiter präzisieren, konkretisieren
und illustrieren, und vielleicht auch einmal eine Weltethos-Erklärung
der Vereinten Nationen, welche deren Menschenrechtserklärung, die
so oft ignoriert und grausam verletzt wird, moralisch vom Gewissen her
abstützt.
Ist aber eine solche Erwartung nicht schier
illusionär? Ist die
Akzeptanz einer solchen Erklärung in den Religionen zu erwarten?
Sind solche Hoffnungen realistisch? Den ewigen Skeptikern und Pessimisten
halten wir entgegen: Niemand wird leugnen, daß es innerhalb von
zwei bis drei Jahrzehnten möglich wurde, weltweit einen allgemeinen
Bewußtseinswandel in bezug auf Ökonomie und Ökologie,
in bezug auf Weltfrieden und Abrüstung sowie in bezug auf die Partnerschaft
zwischen Mann und Frau einzuleiten. Unser Dokument hier wurde geschrieben
und verabschiedet in der Hoffnung, daß sich ein ähnlicher
Bewußtseinswandel abzeichnen möge in bezug auf ein der ganzen
Menschheit gemeinsames Grundethos, ein Weltethos. Es ist an den Religionen
dieser Erde, es ist an den Menschen überall ganz konkret vor Ort,
daß diese Erklärung mehr bleibt als Papier, daß sie
mit Leben erfüllt wird, daß sie die Menschen inspiriert zu
einem Leben in gegenseitiger Achtung, Verständigung und Zusammenarbeit.
Gleichzeitig mit diesem Bändchen erscheint in derselben Serie unser
Buch »Weltfrieden durch Religionsfrieden. Antworten aus den Weltreligionen«;
es bietet entscheidende Hilfen zum Verständnis des Prozesses, der
zur Weltethos-Erklärung geführt hat. Im nächsten Jahr
soll, wiederum in dieser Serie, ein weiterer Band folgen; er wird Reaktionen
und Kommentare zur Weltethos-Erklärung enthalten von Persönlichkeiten
aus den verschiedenen Religionen, aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik
und Kultur.
Dieses Vorwort soll jedoch nicht abgeschlossen
werden ohne ein herzliches Wort des Dankes an die Organisatoren des
Parlaments der Weltreligionen in Chicago, besonders Dr. David Ramage,
Vorsitzender des Board of Trustees, Dr. Daniel Gomez-Ibanez, Executive
Director, und all die vielen selbstlosen, effizienten und liebenswürdigen Helfer und Helferinnen, die bei
der Vorbereitung und Durchführung des Parlaments der Weltreligionen
ein ungeheures Arbeitspensum auf bewundernswerte Weise bewältigt
haben.
Chicago/Tübingen im September 1993
Hans Küng Karl-Josef
Kuschel
|
 |
Einführung
|
Der
als »Einführung« bezeichnete
Text wurde auf der Grundlage der in Tübingen verfaßten Erklärung
(hier mit »Prinzipien« umschrieben) von einem Redaktionskomitee
des »Council« des Parlaments der Weltreligionen in Chicago
erstellt. Er wollte – zu publizistischen Zwecken – eine knappe Zusammenfassung
der Erklärung bieten. Zugleich sollte er der öffentlichen Verlesung
dienen. So wurde dieser Text denn auch bei der feierlichen öffentlichen
Abschlußversammlung am 4. September 1993 im Grant Park von Chicago öffentlich
verlesen, wobei mehrere Passagen vom spontanen Beifall der Tausende von
Zuhörern begleitet wurden.
Die Welt liegt in Agonie. Diese Agonie ist
so durchdringend und bedrängend,
daß wir uns herausgefordert fühlen, ihre Erscheinungsformen
zu benennen, so daß die Tiefe unserer Besorgnis deutlich werden
mag.
Der Friede entzieht sich uns – der Planet
wird zerstört – Nachbarn
leben in Angst – Frauen und Männer sind entfremdet voneinander – Kinder sterben!
Das ist abscheulich!
Wir verurteilen den Mißbrauch der Ökosysteme
unserer Erde.
Wir verurteilen die Armut, die Lebenschancen
erstickt; den Hunger, der den menschlichen Körper schwächt;
die wirtschaftlichen Ungleichheiten, die so viele Familien mit Ruin
bedrohen.
Wir verurteilen die soziale Unordnung der
Nationen; die Mißachtung
der Gerechtigkeit, welche Bürger an den Rand drängt; die Anarchie,
welche in unseren Gemeinden Platz greift; und den sinnlosen Tod von Kindern
durch Gewalt. Insbesondere verurteilen wir Aggression und Haß im
Namen der Religion.
Diese Agonie muß nicht sein.
Sie muß nicht sein, weil die Grundlage für ein Ethos bereits
existiert. Dieses Ethos bietet die Möglichkeit zu einer besseren
individuellen und globalen Ordnung und führt die Menschen weg von
Verzweiflung und die Gesellschaften weg vom Chaos.
Wir sind Frauen und Männer, welche sich
zu den Geboten und Praktiken der Religionen der Welt bekennen:
Wir bekräftigen, daß sich in den Lehren der Religionen ein
gemeinsamer Bestand von Kernwerten findet und daß diese die Grundlage
für ein Weltethos bilden.
Wir bekräftigen, daß diese Wahrheit
bereits bekannt ist, aber noch mit Herz und Tat gelebt werden muß
Wir bekräftigen, daß es eine unwiderrufbare, unbedingte Norm
für alle Bereiche des Lebens gibt, für Familien und Gemeinden,
für Rassen, Nationen und Religionen. Es gibt bereits uralte Richtlinien
für menschliches Verhalten, die in den Lehren der Religionen der
Welt gefunden werden können und welche die Bedingung für eine
dauerhafte Weltordnung sind.
Wir erklären:
Wir sind alle voneinander abhängig. Jeder von uns hängt vom
Wohlergehen des Ganzen ab. Deshalb haben wir Achtung vor der Gemeinschaft
der Lebewesen, der Menschen, Tiere und Pflanzen, und haben Sorge für
die Erhaltung der Erde, der Luft, des Wassers und des Bodens.
Wir tragen die individuelle Verantwortung
für alles, was wir tun.
All unsere Entscheidungen, Handlungen und Unterlassungen haben Konsequenzen.
Wir müssen andere behandeln, wie wir von anderen behandelt werden
wollen. Wir verpflichten uns, Leben und Würde, Individualität
und Verschiedenheit zu achten, so daß jede Person menschlich behandelt
wird – und zwar ohne Ausnahme. Wir müssen Geduld und Akzeptanz üben.
Wir müssen fähig sein zu vergeben, indem wir von der Vergangenheit
lernen, aber es niemals zulassen, daß wir selber Gefangene der
Erinnerungen des Hasses bleiben. Indem wir unsere Herzen einander öffnen,
müssen wir unsere engstirnigen Streitigkeiten um der Sache der Weltgemeinschaft
willen begraben und so eine Kultur der Solidarität und gegenseitigen
Verbundenheit praktizieren.
Wir betrachten die Menschheit als unsere
Familie. Wir müssen danach
streben, freundlich und großzügig zu sein. Wir dürfen
nicht allein für uns selber leben, müssen vielmehr auch anderen
dienen und niemals die Kinder, die Alten, die Armen, die Leidenden, die
Behinderten, die Flüchtlinge und die Einsamen vergessen. Niemand
soll jemals als Bürger zweiter Klasse betrachtet oder behandelt
oder, in welcher Weise auch immer, ausgebeutet werden. Es sollte eine
gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Mann und Frau geben. Wir dürfen
keinerlei sexuelle Unmoral begehen. Wir müssen alle Formen der Herrschaft
oder des Mißbrauchs hinter uns lassen.
Wir verpflichten uns auf eine Kultur der
Gewaltlosigkeit, des Respekts, der Gerechtigkeit und des Friedens.
Wir werden keine anderen Menschen unterdrücken, schädigen, foltern, gar töten
und auf Gewalt als Mittel zum Austrag von Differenzen verzichten.
Wir müssen nach einer gerechten sozialen und ökonomischen
Ordnung streben, in der jeder die gleiche Chance erhält, seine vollen
Möglichkeiten als Mensch auszuschöpfen. Wir müssen in
Wahrhaftigkeit sprechen und handeln sowie mit Mitgefühl, indem wir
mit allen in fairer Weise umgehen und Vorurteile und Haß vermeiden.
Wir dürfen nicht stehlen. Wir müssen vielmehr die Herrschaft
der Sucht nach Macht, Prestige, Geld und Konsum überwinden, um eine
gerechte und friedvolle Welt zu schaffen.
Die Erde kann nicht zum besseren verändert werden, wenn sich nicht
das Bewußtsein der Einzelnen zuerst ändert. Wir versprechen,
unsere Wahrnehmungsfähigkeit zu erweitern, indem wir unseren Geist
disziplinieren durch Meditation, Gebet oder positives Denken. Ohne Risiko
und ohne Opferbereitschaft kann es keine grundlegende Veränderung
in unserer Situation geben. Deshalb verpflichten wir uns auf dieses Weltethos,
auf Verständnis füreinander und auf sozialverträgliche,
friedensfördernde und naturfreundliche Lebensformen.
Wir laden alle Menschen, ob
religiös
oder nicht, dazu ein, dasselbe zu tun.
|
 |
Die
Prinzipien eines Weltethos
|
Unsere
Welt geht durch eine fundamentale Krise: eine Krise
der Weltwirtschaft, der Weltökologie, der Weltpolitik. Überall
beklagt man die Abwesenheit einer großen Vision, den erschreckenden
Stau ungelöster Probleme, die politische Lähmung, nur mittelmäßige
politische Führung ohne viel Einsicht und Voraussicht und allgemein
zu wenig Sinn für das Gemeinwohl. Zu viele alte Antworten auf neue
Herausforderungen.
Hunderte Millionen von Menschen auf unserem Planeten
leiden zunehmend unter Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger und Zerstörung
der Familien. Die Hoffnung auf dauerhaften Frieden unter den Völkern
schwindet wieder. Spannungen zwischen den Geschlechtern und Generationen
haben ein beängstigendes Ausmaß erreicht. Kinder sterben,
töten und werden getötet. Immer mehr Staaten werden durch Korruptionsaffären
in Politik und Wirtschaft erschüttert. Das friedliche Zusammenleben
in unseren Städten wird immer schwieriger durch soziale, rassische
und ethnische Konflikte, durch Drogenmißbrauch, organisiertes Verbrechen,
ja Anarchie. Selbst Nachbarn leben oft in Angst. Unser Planet wird nach
wie vor rücksichtslos ausgeplündert. Ein Zusammenbruch der Ökosysteme
droht.
Immer wieder neu beobachten wir, wie an nicht wenigen
Orten dieser Welt Führer und Anhänger von Religionen Aggression,
Fanatismus, Haß und Fremdenfeindlichkeit schüren, ja sogar
gewaltsame und blutige Auseinandersetzungen inspirieren und legitimieren.
Religion wird oft für rein machtpolitische Zwecke bis hin zum Krieg
mißbraucht. Das erfüllt uns mit Abscheu.
Wir verurteilen all diese Entwicklungen und erklären,
daß dies nicht sein muß. Es existiert bereits ein Ethos,
das diesen verhängnisvollen globalen Entwicklungen entgegenzusteuern
vermag. Dieses Ethos bietet zwar keine direkten Lösungen für
all die immensen Weltprobleme, wohl aber die moralische Grundlage für
eine bessere individuelle und globale Ordnung: eine Vision,
welche Frauen und Männer von der Verzweiflung und der Gewaltbereitschaft
und die Gesellschaften weg vom Chaos zu führen vermag.
Wir sind Männer und Frauen, welche sich zu
den Geboten und Praktiken der Religionen der Welt bekennen. Wir bekräftigen,
daß es bereits einen Konsens unter den Religionen gibt, der die
Grundlage für ein Weltethos bilden kann: einen minimalen Grundkonsens bezüglich
verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe
und moralischer Grundhaltungen.
|
 |
I.
Keine neue Weltordnung ohne ein Weltethos
|
Wir,
Männer und Frauen aus verschiedenen Religionen und Regionen dieser
Erde, wenden uns deshalb an alle Menschen, religiöse und nichtreligiöse.
Wir wollen unserer gemeinsamen Überzeugung Ausdruck verleihen:
• Wir alle haben eine Verantwortung
für
eine bessere Weltordnung.
• Unser Einsatz für die Menschenrechte,
für
Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Erde ist unbedingt
geboten.
• Unsere sehr verschiedenen religiösen
und kulturellen Traditionen dürfen uns nicht hindern, uns gemeinsam
aktiv einzusetzen gegen alle Formen der Unmenschlichkeit und für
mehr Menschlichkeit.
• Die in dieser Erklärung ausgesprochenen
Prinzipien können von allen Menschen mit ethischen Überzeugungen,
religiös
begründet oder nicht, mitgetragen werden.
• Wir aber als religiöse und spirituell
orientierte Menschen, die ihr Leben auf eine Letzte Wirklichkeit gründen
und aus ihr in Vertrauen, in Gebet oder Meditation, in Wort oder Schweigen
spirituelle Kraft und Hoffnung schöpfen, haben eine ganz besondere
Verpflichtung für das Wohl der gesamten Menschheit und die Sorge
um den Planeten Erde. Wir halten uns nicht für besser als andere
Menschen, aber wir vertrauen darauf, daß uns die uralte Weisheit
unserer Religionen Wege auch für die Zukunft zu weisen vermag.
Nach zwei Weltkriegen und dem Ende des kalten Krieges, nach dem Zusammenbruch
von Faschismus und Nazismus und der Erschütterung von Kommunismus
und Kolonialismus ist die Menschheit in eine neue Phase ihrer Geschichte
eingetreten. Die Menschheit besäße heute genügend ökonomische,
kulturelle und geistige Ressourcen, um eine bessere Weltordnung heraufzuführen.
Doch alte und neue ethnische, nationale, soziale,
wirtschaftliche und religiöse Spannungen bedrohen den friedlichen Aufbau einer besseren
Welt. Unsere Zeit erlebte zwar größere wissenschaftliche und
technische Fortschritte denn je. Und doch stehen wir vor der Tatsache,
daß weltweit Armut, Hunger, Kindersterben, Arbeitslosigkeit, Verelendung
und Naturzerstörung nicht geringer geworden sind, ja zugenommen
haben. Vielen Völkern droht der wirtschaftliche Ruin, die soziale
Demontage, die politische Marginalisierung, die ökologische Katastrophe,
der nationale Zusammenbruch.
In einer solch dramatischen Weltlage braucht die
Menschheit nicht nur politische Programme und Aktionen. Sie bedarf einer
Vision des friedlichen Zusammenlebens der Völker, der ethnischen
und ethischen Gruppierungen und der Religionen in gemeinsamer Verantwortung
für unseren Planeten Erde. Eine Vision beruht auf Hoffnungen, auf
Zielen, Idealen, Maßstäben. Diese aber sind vielen Menschen überall
auf der Welt abhanden gekommen. Und doch sind wir davon überzeugt:
Gerade die Religionen tragen trotz ihres Mißbrauchs und häufigen
historischen Versagens die Verantwortung dafür, daß solche
Hoffnungen, Ziele, Ideale und Maßstäbe wachgehalten, begründet
und gelebt werden können. Das gilt insbesondere für moderne
Staatswesen: Garantien für Gewissens- und Religionsfreiheit sind
notwendig, aber sie ersetzen nicht verbindende Werte, Überzeugungen
und Normen, die für alle Menschen gelten, gleich welcher sozialen
Herkunft, welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, Sprache oder Religion.
Wir sind überzeugt von der fundamentalen Einheit
der menschlichen Familie auf unserem Planeten Erde. Wir rufen deshalb
die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von
1948 in Erinnerung. Was sie auf der Ebene des Rechts feierlich proklamierte,
das wollen wir hier vom Ethos her bestätigen und vertiefen: die
volle Realisierung der Unverfügbarkeit der menschlichen Person,
der unveräußerlichen Freiheit, der prinzipiellen Gleichheit
aller Menschen und der notwendigen Solidarität und gegenseitigen
Abhängigkeit aller Menschen voneinander.
Aufgrund von persönlichen Lebenserfahrungen
und der notvollen Geschichte unseres Planeten haben wir gelernt,
• daß mit Gesetzen, Verordnungen und
Konventionen allein eine bessere Weltordnung nicht geschaffen oder gar
erzwungen werden kann;
• daß die Verwirklichung von Frieden,
Gerechtigkeit und Bewahrung der Erde abhängt von der Einsicht und
Bereitschaft der Menschen, dem Recht Geltung zu verschaffen;
• daß der Einsatz für Recht und
Freiheit ein Bewußtsein für Verantwortung und Pflichten voraussetzt
und deshalb Kopf und Herz der Menschen angesprochen werden müssen;
• daß das Recht ohne Sittlichkeit auf
Dauer keinen Bestand hat und daß es deshalb keine neue Weltordnung
geben wird ohne ein Weltethos.
Mit Weltethos meinen wir keine neue Weltideologie,
auch keine einheitliche Weltreligion jenseits aller bestehenden Religionen,
erst recht nicht die Herrschaft einer Religion über alle anderen.
Mit Weltethos meinen wir einen Grundkonsens bezüglich bestehender
verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher
Grundhaltungen. Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft
früher oder später das Chaos oder eine Diktatur, und einzelne
Menschen werden verzweifeln.
|
 |
II.
Grundforderung: Jeder Mensch muß menschlich behandelt werden
|
Wir
sind allesamt fehlbare, unvollkommene Menschen mit Grenzen und Mängeln.
Wir wissen um die Wirklichkeit des Bösen. Gerade deshalb aber fühlen
wir uns um des Wohles der Menschheit willen verpflichtet, das auszusprechen,
was Grundelemente eines gemeinsamen Ethos für die Menschheit sein
sollten – für die einzelnen ebenso wie für die Gemeinschaften
und Organisationen, für die Staaten ebenso wie für die Religionen
selbst. Denn wir vertrauen darauf: Unsere oft schon jahrtausendealten
religiösen und ethischen Traditionen enthalten genügend Elemente
eines Ethos, die für alle Menschen guten
Willens, religiöse
und nicht religiöse, einsichtig und lebbar sind.
Dabei ist uns bewußt: Unsere verschiedenen
religiösen und ethischen Traditionen begründen in oft sehr
verschiedener Weise, was dem Menschen nützt oder schadet, was recht
oder was unrecht, was gut oder was böse ist. Die tiefgreifenden
Unterschiede zwischen den einzelnen Religionen wollen wir nicht verwischen
oder ignorieren. Aber sie sollen uns nicht hindern, öffentlich zu
proklamieren, was uns bereits jetzt gemeinsam ist und wozu wir uns aufgrund
unserer je eigenen religiösen oder ethischen Grundlagen schon jetzt
gemeinsam verpflichtet fühlen.
Uns ist bewußt: Religionen können die ökologischen,
wirtschaftlichen, politischen und sozialen Probleme dieser Erde nicht
lösen. Wohl aber können sie das erreichen, was allein mit ökonomischen
Plänen, politischen Programmen oder juristischen Regelungen offensichtlich
nicht erreichbar ist: die innere Einstellung, die ganze Mentalität,
eben das »Herz« des Menschen zu verändern und ihn zu einer »Umkehr« von
einem falschen Weg zu einer neuen Lebenseinstellung zu bewegen. Die Menschheit
bedarf der sozialen und ökologischen Reformen, gewiß, aber
nicht weniger bedarf sie der spirituellen Erneuerung. Wir als religiös
oder spirituell orientierte Menschen wollen uns besonders dazu verpflichten – im Bewußtsein, daß es gerade die spirituellen Kräfte
der Religionen sein können, die Menschen für ihr Leben ein
Grundvertrauen, einen Sinnhorizont, letzte Maßstäbe und eine
geistige Heimat vermitteln. Dies freilich können Religionen nur
dann glaubwürdig tun, wenn sie selbst jene Konflikte beseitigen,
deren Quelle sie selber sind, wenn sie wechselseitig Überheblichkeit,
Mißtrauen, Vorurteile, ja Feindbilder abbauen und den Traditionen,
Heiligtümern, Festen und Riten der jeweils Andersgläubigen
Respekt entgegenbringen.
Wir alle wissen: Nach wie vor werden überall
auf der Welt Menschen unmenschlich behandelt. Sie werden ihrer Lebenschancen
und ihrer Freiheit beraubt, ihre Menschenrechte werden mit Füßen
getreten, ihre menschliche Würde wird mißachtet. Aber Macht
ist nicht gleich Recht! Angesichts aller Unmenschlichkeit fordern unsere
religiösen und ethischen Überzeugungen: Jeder
Mensch muß menschlich
behandelt werden!
Das heißt: Jeder Mensch – ohne Unterschied
von Alter, Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, körperlicher oder geistiger
Fähigkeit, Sprache, Religion, politischer Anschauung, nationaler
oder sozialer Herkunft – besitzt eine unveräußerliche und
unantastbare Würde. Alle, der Einzelne wie der Staat, sind deshalb
verpflichtet, diese Würde zu achten und ihnen wirksamen Schutz zu
garantieren. Auch in Wirtschaft, Politik und Medien, in Forschungsinstituten
und Industrieunternehmungen soll der Mensch immer Rechtssubjekt und Ziel
sein, nie bloßes Mittel, nie Objekt der Kommerzialisierung und
der Industrialisierung. Niemand steht »jenseits von Gut und Böse«:
kein Mensch und keine soziale Schicht, keine einflußreiche Interessengruppe
und kein Machtkartell, kein Polizeiapparat, keine Armee und auch kein
Staat. Im Gegenteil: Als ein mit Vernunft und Gewissen ausgestattetes
Wesen ist jeder Mensch dazu verpflichtet, sich wahrhaft menschlich und
nicht unmenschlich zu verhalten, Gutes zu tun und
Böses zu lassen!
Was dies konkret heißt, will unsere Erklärung
verdeutlichen. Wir wollen im Blick auf eine neue Weltordnung unverrückbare,
unbedingte ethische Normen in Erinnerung rufen. Sie sollen für den
Menschen nicht Fesseln und Ketten sein, sondern Hilfen und Stützen,
um Lebensrichtung und Lebenswerte, Lebenshaltungen und Lebenssinn immer
wieder neu zu finden und zu verwirklichen.
Es gibt ein Prinzip, die Goldene Regel, die seit
Jahrtausenden in vielen religiösen und ethischen Traditionen der
Menschheit zu finden ist und sich bewährt hat: Was
du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Oder positiv: Was
du willst, das man dir tut, das tue auch den anderen! Dies sollte die
unverrückbare, unbedingte Norm für alle Lebensbereiche sein,
für Familie und Gemeinschaften, für Rassen, Nationen und Religionen.
Egoismen jeder Art – jede Selbstsucht, sie sei
individuell oder kollektiv, sie trete auf in Form von Klassendenken,
Rassismus, Nationalismus oder Sexismus – sind verwerflich. Wir verurteilen
sie, weil sie den Menschen daran hindern, wahrhaft Mensch zu sein. Selbstbestimmung
und Selbstverwirklichung sind durchaus legitim – solange sie nicht von
der Selbstverantwortung und Weltverantwortung des Menschen, von der Verantwortung
für die Mitmenschen und den Planeten Erde losgelöst sind.
Dieses Prinzip schließt ganz konkrete Maßstäbe
ein, an die wir Menschen uns halten sollen. Aus ihm ergeben sich vier
umfassende uralte Richtlinien, die sich in den meisten Religionen dieser
Welt finden.
|
 |
III.
Vier unverrückbare Weisungen
|
1.
Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor
allem Leben
|
Ungezählte
Menschen bemühen sich in allen Regionen und Religionen um ein Leben,
das nicht von Egoismus bestimmt ist, sondern vom Einsatz für die
Mitmenschen und die Mitwelt. Und doch gibt es in der Welt von heute unendlich
viel Haß, Neid, Eifersucht und Gewalt: nicht nur zwischen den einzelnen
Menschen, sondern auch zwischen sozialen und ethnischen Gruppen, zwischen
Klassen und Rassen, Nationen und Religionen. Gewaltanwendung, der Drogenhandel
und das organisierte Verbrechen, ausgestattet oft mit neuesten technischen
Möglichkeiten, haben globale Ausmaße erreicht. Vielerorts
wird noch mit Terror »von oben« regiert; Diktatoren vergewaltigen
ihre eigenen Völker, und institutionelle Gewalt ist weit verbreitet.
Selbst in manchen Ländern, wo es Gesetze zum Schutz individueller
Freiheiten gibt, werden Gefangene gefoltert, Menschen verstümmelt,
Geiseln getötet.
A. Aus den großen alten religiösen und
ethischen Traditionen der Menschheit aber vernehmen wir die Weisung:
Du sollst nicht töten! Oder positiv: Hab
Ehrfurcht vor dem Leben! Besinnen wir uns also neu auf die Konsequenzen dieser uralten Weisung:
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit
und freie Entfaltung der Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte
anderer verletzt. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen physisch
oder psychisch zu quälen, zu verletzen, gar zu töten. Und kein
Volk, kein Staat, keine Rasse, keine Religion hat das Recht, eine andersartige
oder andersgläubige Minderheit zu diskriminieren, zu »säubern«,
zu exilieren, gar zu liquidieren.
B. Gewiß, wo es Menschen gibt, wird es Konflikte
geben. Solche Konflikte aber sollten grundsätzlich ohne Gewalt im
Rahmen einer Rechtsordnung gelöst werden. Das gilt für den
Einzelnen wie für die Staaten. Gerade die politischen Machthaber
sind aufgefordert, sich an die Rechtsordnung zu halten und sich für
möglichst gewaltlose, friedliche Lösungen einzusetzen. Sie
sollten sich engagieren für eine internationale Friedensordnung,
die ihrerseits des Schutzes und der Verteidigung gegen Gewalttäter
bedarf. Aufrüstung ist ein Irrweg, Abrüstung ein Gebot der
Stunde. Niemand täusche sich: Es gibt kein Überleben der Menschheit
ohne Weltfrieden!
C. Deshalb sollten schon junge Menschen in Familie
und Schule lernen, daß Gewalt kein Mittel der Auseinandersetzung
mit anderen sein darf. Nur so kann eine Kultur der
Gewaltlosigkeit geschaffen
werden.
D. Die menschliche Person ist unendlich kostbar
und unbedingt zu schützen. Aber auch das Leben
der Tiere und der Pflanzen, die mit uns diesen Planeten bewohnen, verdient Schutz, Schonung
und Pflege. Hemmungslose Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen,
rücksichtslose Zerstörung der Biosphäre, Militarisierung
des Kosmos sind ein Frevel. Als Menschen haben wir – gerade auch im Blick
auf künftige Generationen – eine besondere Verantwortung für
den Planeten Erde und den Kosmos, für Luft, Wasser und Boden. Wir
alle sind in diesem Kosmos miteinander
verflochten und voneinander abhängig.
Jeder von uns hängt ab vom Wohl des Ganzen. Deshalb gilt: Nicht
die Herrschaft des Menschen über Natur und Kosmos ist zu propagieren,
sondern die Gemeinschaft mit Natur und Kosmos zu kultivieren.
E. Wahrhaft Mensch sein heißt im Geist unserer
großen religiösen und ethischen Traditionen, schonungsvoll
und hilfsbereit zu sein, und zwar im privaten wie im öffentlichen
Leben. Niemals sollten wir rücksichtslos und brutal sein. Jedes
Volk soll dem anderen, jede Rasse soll der anderen, jede Religion soll
der anderen Toleranz, Respekt, gar Hochschätzung entgegenbringen.
Minderheiten – sie seien rassischer, ethnischer oder religiöser
Art – bedürfen unseres Schutzes und unserer Förderung.
|
 |
2.
Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte
Wirtschaftsordnung
|
Ungezählte
Menschen bemühen sich in allen Regionen und Religionen um Solidarität
füreinander und um ein Leben in Arbeit und treuer Berufserfüllung.
Und doch gibt es in der Welt von heute unendlich viel Hunger, Armut und
Not. Schuld daran trägt nicht bloß der Einzelne. Schuld daran
sind oft auch ungerechte gesellschaftliche Strukturen: Millionen von
Menschen sind ohne Arbeit, Millionen werden durch schlecht bezahlte Arbeit
ausgebeutet, an den Rand der Gesellschaft gedrängt und um ihre Lebenschancen
gebracht. Ungeheuer sind in vielen Ländern die Unterschiede zwischen
Armen und Reichen, zwischen Mächtigen und Ohnmächtigen. In
einer Welt, in welcher sowohl ein ungezügelter Kapitalismus als
auch ein totalitärer Staatssozialismus viele ethische und spirituelle
Werte ausgehöhlt und zerstört hat, konnten sich Profitgier
ohne Grenzen und Raffgier ohne Hemmungen ausbreiten, aber auch ein materialistisches
Anspruchsdenken, welches ständig mehr vom Staat fordert, ohne sich
selber zu mehr zu verpflichten. Nicht nur in den Entwicklungsländern,
auch in den Industrieländern hat sich die Korruption zu einem Krebsübel
der Gesellschaft entwickelt.
A. Aus den großen alten religiösen und
ethischen Traditionen der Menschheit aber vernehmen wir die Weisung:
Du sollst nicht stehlen! Oder positiv: Handle
gerecht und fair! Besinnen
wir uns also wieder neu auf die Konsequenzen dieser uralten Weisung:
Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen – in welcher Form auch
immer – zu bestehlen oder sich an dessen Eigentum oder am Gemeinschaftseigentum
zu vergreifen. Umgekehrt aber hat auch kein Mensch das Recht, sein Eigentum
ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und der
Erde zu gebrauchen.
B. Wo äußerste Armut herrscht, da machen
sich Hilflosigkeit und Verzweiflung breit, da wird um des Überlebens
willen auch immer wieder gestohlen werden. Wo Macht und Reichtum rücksichtslos
angehäuft werden, da werden bei den Benachteiligten und Marginalisierten
unvermeidlich Gefühle des Neides, des Ressentiments, ja, des tödlichen
Hasses und der Rebellion geweckt. Dies aber führt zu einem Teufelskreis
von Gewalt und Gegengewalt. Niemand täusche sich: Es gibt keinen
Weltfrieden ohne Weltgerechtigkeit!
C. Deshalb sollten schon junge Menschen in Familie
und Schule lernen, daß Eigentum, es sei noch so wenig, verpflichtet.
Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Nur so
kann eine gerechte Wirtschaftsordnung aufgebaut werden.
D. Doch wenn sich die Lage der ärmsten Milliarde
Menschen auf diesem Planeten, darunter besonders die der Frauen und Kinder,
entscheidend verändern soll, so müssen die Strukturen der Weltwirtschaft
gerechter gestaltet werden. Individuelle Wohltätigkeit und einzelne
Hilfsprojekte, so unverzichtbar sie sind, reichen nicht aus. Es braucht
die Partizipation aller Staaten und die Autorität der internationalen
Organisationen, um zu einem gerechten Ausgleich zu kommen.
Die Schuldenkrise und die Armut der sich auflösenden
Zweiten und erst recht der Dritten Welt müssen einer für alle
Seiten tragbaren Lösung entgegengeführt werden. Gewiß:
Interessenkonflikte sind auch künftig unvermeidlich. In den entwickelten
Ländern ist jedenfalls zu unterscheiden zwischen einem notwendigen
und einem hemmungslosen Konsum, zwischen einem sozialen und einem unsozialen
Gebrauch des Eigentums, zwischen einer gerechtfertigten und einer ungerechtfertigten
Nutzung der natürlichen Ressourcen, zwischen einer rein kapitalistischen
und einer sozial wie ökologisch orientierten Marktwirtschaft. Auch
die Entwicklungsländer bedürfen der nationalen Gewissenserforschung.
Überall gilt: Wo die Herrschenden die Beherrschten,
die Institutionen die Personen, die Macht das Recht erdrücken, ist
Widerstand – wo immer möglich gewaltlos – angebracht.
E. Wahrhaft menschlich sein heißt im Geist
unserer großen religiösen und ethischen Traditionen das Folgende:
• Statt die wirtschaftliche und politische
Macht in rücksichtslosem Kampf zur Herrschaft zu mißbrauchen,
ist sie zum Dienst an den Menschen zu gebrauchen. Wir müssen einen
Geist des Mitleids mit den Leidenden entwickeln und besondere Sorge tragen
für die Armen, Behinderten, Alten, Flüchtlinge, Einsamen.
• Statt eines puren Machtdenkens und einer
hemmungslosen Machtpolitik soll im unvermeidlichen Wettbewerb der gegenseitige
Respekt, der vernünftige Interessenausgleich, der Wille zur Vermittlung
und zur Rücksichtnahme herrschen.
• Statt einer unstillbaren Gier nach Geld,
Prestige und Konsum ist wieder neu der Sinn für Maß und
Bescheidenheit zu finden! Denn der Mensch der Gier verliert seine »Seele«,
seine Freiheit, seine Gelassenheit, seinen inneren Frieden und somit
das, was ihn zum Menschen macht.
|
 |
3.
Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
|
Ungezählte
Menschen in allen Regionen und Religionen bemühen sich auch in unserer
Zeit um ein Leben in Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Und doch gibt es
in der Welt von heute unendlich viel Lug und Trug, Schwindel und Heuchelei,
Ideologie und Demagogie:
• Politiker und Geschäftsleute, welche
die Lüge
als Mittel der Politik und des Erfolges benützen;
• Massenmedien, die statt wahrhaftiger Berichterstattung
ideologische Propaganda, die statt Information Desinformation verbreiten,
die statt der Wahrheitstreue ein zynisches Verkaufsinteresse verfolgen;
• Wissenschaftler und Forscher, die sich moralisch
fragwürdigen ideologischen oder politischen Programmen oder auch
wirtschaftlichen Interessengruppen ausliefern sowie Forschungen rechtfertigen,
welche die sittlichen Grundwerte verletzen;
• Repräsentanten von Religionen, die
Menschen anderer Religionen als minderwertig abqualifizieren und die
Fanatismus und Intoleranz statt Respekt, Verständigung und Toleranz
verkünden.
A.
Aus den großen alten religiösen und
ethischen Traditionen der Menschheit aber vernehmen wir die Weisung:
Du sollst nicht lügen! Oder positiv: Rede
und handle wahrhaftig! Besinnen wir uns also wieder neu auf die Konsequenzen dieser uralten
Weisung: Kein Mensch und keine Institution, kein Staat und auch keine
Kirche oder Religionsgemeinschaft haben das Recht, den Menschen die Unwahrheit
zu sagen.
B. Dies gilt besonders:
• Für die Massenmedien, denen zu Recht
die Freiheit der Berichterstattung zur Wahrheitsfindung garantiert ist
und denen damit in jeder Gesellschaft ein Wächteramt zukommt: Sie
stehen nicht über
der Moral, sondern bleiben in Sachlichkeit und Fairneß der Menschenwürde,
den Menschenrechten und den Grundwerten verpflichtet. Sie haben kein
Recht auf Verletzung der Privatsphäre von Menschen, auf Verzerrung
der Wirklichkeit und auf Manipulation der öffentlichen Meinung.
• Für Kunst, Literatur
und Wissenschaft,
denen zu Recht künstlerische und akademische Freiheit garantiert
sind: Sie sind nicht entbunden von allgemeinen ethischen Maßstäben,
sondern sollen der Wahrheit dienen.
• Für die Politiker
und die politischen Parteien: Wenn sie ihr Volk ins Angesicht belügen, wenn sie sich
der Manipulation von Wahrheit, der Bestechlichkeit oder einer rücksichtslosen
Machtpolitik im Inneren wie im Äußeren schuldig machen, haben
sie ihre Glaubwürdigkeit verspielt und verdienen den Verlust ihrer Ämter
und ihrer Wähler. Umgekehrt sollte die öffentliche Meinung
diejenigen Politiker unterstützen, die es wagen, dem Volk jederzeit
die Wahrheit zu sagen.
• Für die Repräsentanten
von Religionen schließlich: Wenn sie Vorurteile, Haß und Feindschaft gegenüber
Andersgläubigen schüren, wenn sie Fanatismus predigen oder
gar Glaubenskriege initiieren oder legitimieren, verdienen sie die Verurteilung
der Menschen und den Verlust ihrer Gefolgschaft.
Niemand täusche
sich: Es gibt keine Weltgerechtigkeit ohne Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit!
C. Deshalb sollten schon junge Menschen in Familie
und Schule lernen, Wahrhaftigkeit in Denken, Reden und Tun einzuüben.
Jeder Mensch hat ein Recht auf Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Er hat das
Recht auf die notwendige Information und Bildung, um die für sein
Leben grundlegenden Entscheidungen treffen zu können. Ohne eine
ethische Grundorientierung freilich vermag er kaum das Wichtige vom Unwichtigen
zu unterscheiden. Bei der heutigen täglichen Flut von Informationen
sind ethische Maßstäbe eine Hilfe, wenn Tatsachen verdreht,
Interessen verschleiert, Tendenzen hofiert und Meinungen verabsolutiert
werden.
D. Wahrhaft Mensch sein heißt im Geist unserer
großen religiösen und ethischen Traditionen das Folgende:
• Statt Freiheit mit Willkür und Pluralismus
mit Beliebigkeit zu verwechseln, der Wahrheit Geltung zu verschaffen;
• statt in Unehrlichkeit, Verstellung und
opportunistischer Anpassung zu leben, den Geist der
Wahrhaftigkeit auch
in den alltäglichen
Beziehungen zwischen Mensch und Mensch zu pflegen;
• statt ideologische oder parteiische Halbwahrheiten
zu verbreiten, in unbestechlicher Wahrhaftigkeit die Wahrheit immer neu
zu suchen;
• statt einem Opportunismus zu huldigen, in
Verläßlichkeit und Stetigkeit der einmal erkannten Wahrheit zu dienen.
|
 |
4.
Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft
von Mann und Frau
|
Ungezählte
Menschen bemühen sich in allen Regionen und Religionen um ein Leben
im Geiste der Partnerschaft von Mann und Frau, um ein verantwortliches
Handeln im Bereich von Liebe, Sexualität und Familie. Dennoch gibt
es überall auf der Welt verdammenswerte Formen des Patriarchalismus,
der Vorherrschaft des einen Geschlechtes über das andere, der Ausbeutung
von Frauen, des sexuellen Mißbrauchs von Kindern sowie der erzwungenen
Prostitution. Die sozialen Unterschiede auf dieser Erde führen nicht
selten dazu, daß insbesondere Frauen und sogar Kinder aus den weniger
entwickelten Ländern sich gezwungen sehen, Prostitution als Mittel
des Überlebenskampfes einzusetzen.
A. Aus den großen alten religiösen und
ethischen Traditionen der Menschheit aber vernehmen wir die Weisung:
Du sollst nicht Unzucht treiben! Oder positiv: Achtet
und liebet einander! Besinnen wir uns also wieder neu auf die Konsequenzen dieser uralten
Weisung: Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zum bloßen Objekt
seiner Sexualität zu erniedrigen, ihn in sexuelle Abhängigkeit
zu bringen oder zu halten.
B. Wir verurteilen sexuelle Ausbeutung und Geschlechterdiskriminierung
als eine der schlimmsten Formen der Entwürdigung des Menschen. Wo
immer – gar im Namen einer religiösen Überzeugung – die Herrschaft
eines Geschlechts über das andere gepredigt und sexuelle Ausbeutung
toleriert, wo immer Prostitution gefördert oder Kinder mißbraucht
werden, da ist Widerstand geboten. Niemand täusche sich: Es gibt
keine wahre Menschlichkeit ohne partnerschaftliches Zusammenleben!
C. Deshalb sollten schon junge Menschen in Familie
und Schule lernen, daß Sexualität grundsätzlich keine
negativ-zerstörende oder ausbeuterische, sondern eine schöpferisch-gestaltende
Kraft ist. Sie hat die Funktion einer lebensbejahenden Gemeinschaftsbildung
und kann sich nur entfalten, wenn sie in Verantwortung für das Glück
auch des Partners gelebt wird.
D. Die Beziehung zwischen Mann und Frau sollte
nicht durch Bevormundung oder Ausbeutung bestimmt sein, sondern durch
Liebe, Partnerschaftlichkeit und Verläßlichkeit. Menschliche
Erfüllung ist nicht mit sexueller Lust identisch. Sexualität
soll Ausdruck und Bestätigung einer partnerschaftlich gelebten Liebesbeziehung
sein.
Manche religiöse Traditionen kennen auch das
Ideal des freiwilligen Verzichts auf die Entfaltung der Sexualität.
Auch freiwilliger Verzicht kann Ausdruck von Identität und Sinnerfüllung
sein.
E. Die gesellschaftliche Institution Ehe ist bei
allen kulturellen und religiösen Verschiedenheiten durch Liebe,
Treue und Dauerhaftigkeit gekennzeichnet. Sie will und soll Männern,
Frauen und Kindern Geborgenheit und gegenseitige Unterstützung garantieren
sowie ihre Rechte sichern. In allen Ländern und Kulturen soll auf ökonomische
und gesellschaftliche Verhältnisse hingearbeitet werden, die eine
menschenwürdige Existenz von Ehe und Familie und vor allem auch
der alten Menschen ermöglichen. Kinder haben ein Recht auf Bildung.
Weder sollen die Eltern die Kinder noch die Kinder die Eltern ausnützen;
ihr Verhältnis soll vielmehr von gegenseitiger Achtung, Anerkennung
und Fürsorge getragen sein.
F. Wahrhaft Mensch sein heißt im Geiste unserer
großen religiösen und ethischen Traditionen das Folgende:
• statt patriarchaler Beherrschung oder Entwürdigung,
die Ausdruck von Gewalt sind und oft Gegengewalt erzeugen, gegenseitige
Achtung, Verständnis, Partnerschaftlichkeit;
• statt jeglicher Form
von sexueller Besitzgier oder sexuellem Mißbrauch gegenseitige
Rücksicht, Toleranz, Versöhnungsbereitschaft,
Liebe.
• Auf der Ebene der Nationen und Religionen kann
nur praktiziert werden, was auf der Ebene der persönlichen und familiären
Beziehungen bereits gelebt wird.
|
 |
IV.
Wandel des Bewußtseins
|
Alle
geschichtlichen Erfahrungen zeigen es: Unsere Erde kann nicht verändert
werden, ohne daß ein Wandel des Bewußtseins beim Einzelnen
und der Öffentlichkeit erreicht wird. Dies hat sich in Fragen wie
Krieg und Frieden, Ökonomie oder Ökologie bereits gezeigt,
wo in den letzten Jahrzehnten grundlegende Veränderungen erreicht
wurden. Diese muß auch im Hinblick auf das Ethos erreicht werden!
Jeder Einzelne hat nicht nur eine unverletzliche Würde und unveräußerliche
Rechte; er hat auch eine unabweisbare Verantwortung für das, was
er tut und nicht tut. Alle unsere Entscheidungen und Taten, auch unser
Versagen und Scheitern haben Konsequenzen.
Diese Verantwortung wachzuhalten, zu vertiefen
und an künftige
Generationen weiterzugeben ist die besondere Aufgabe der Religionen.
Dabei bleiben wir realistisch in bezug auf das in diesem Konsens Erreichte
und dringen darauf, das Folgende zu beachten:
1. Ein universaler Konsens für viele
umstrittene ethische Einzelfragen (von der Bio- und Sexualethik über die Medien- und Wissenschaftsethik
bis zur Wirtschafts- und Staatsethik) ist schwierig. Doch im Geist der
hier entwickelten gemeinsamen Grundsätze sollten sich auch für
viele bisher umstrittene Fragen sachgerechte Lösungen finden lassen.
2. In vielen Lebensbereichen ist bereits
ein neues Bewußtsein
für ethische Verantwortung erwacht. Wir begrüßen es deshalb,
wenn für möglichst viele Berufsklassen wie zum Beispiel Ärzte,
Wissenschaftler, Geschäftsleute, Journalisten, Politiker zeitgemäße
Ethikcodes ausgearbeitet werden, die konkretere Richtlinien bieten für
die brisanten Fragen ihres jeweiligen Berufsstandes.
3. Vor allem drängen wir die einzelnen
Glaubensgemeinschaften, ihr ganz spezifisches
Ethos zu formulieren: Was hat jede Glaubenstradition
zu sagen etwa über den Sinn von Leben und Sterben, über das
Durchstehen von Leid und die Vergebung von Schuld, über die selbstlose
Hingabe und die Notwendigkeit von Verzicht, über Mitleid und Freude.
Dies alles wird das schon jetzt erkennbare Weltethos vertiefen, spezifizieren
und konkretisieren.
Zum Schluß appellieren wir an alle Bewohner dieses Planeten: Unsere
Erde kann nicht zum Besseren verändert werden, ohne daß das
Bewußtsein des Einzelnen geändert wird. Wir plädieren
für einen individuellen und kollektiven Bewußtseinswandel,
für ein Erwecken unserer spirituellen Kräfte durch Reflexion,
Meditation, Gebet und positives Denken, für eine Umkehr
der Herzen. Gemeinsam können wir Berge versetzen! Ohne Risiko und Opferbereitschaft
gibt es keine grundlegende Veränderung unserer Situation! Deshalb
verpflichten wir uns auf ein gemeinsames Weltethos: auf ein besseres
gegenseitiges Verstehen sowie auf sozialverträgliche, friedensfördernde
und naturfreundliche Lebensformen.
Wir laden alle Menschen, ob religiös
oder nicht, ein, dasselbe zu tun!
|
 |
Es unterschrieben
|
Bahai
Juana Conrad, Jacqueline Delahunt, Dr. Wilma Ellis, Charles Nolley, R.
Leilani Smith, Yael Wurmfeld.
Brahma Kumaris
B. K. Jagdish Chander Hassija, B. K. Dadi Prakashmani.
Buddhismus
Rev. Koshin Ogui, Sensei. Mahayana: Rev. Chung Ok Lee. Theravada: Dr.
A. T. Ariyaratne, Preah Maha Ghosananda, Ajahn Phra Maha Surasak Jivanando,
Dr. Chatsumarn Kabilsingh, Luang Poh Panyananda, Ven. Achahn Dr. Chuen
Phangcham, Ven. Dr. Havanpola Ratanasara, Ven. Dr. Mapalagama Wipulasara
Maha Thero. Vajrayana: S. H. Der XIV. Dalai Lama. Zen: Prof. Masao
Abe, Zen Master Seung Sahn, Rev. Samu Sunim.
Christentum
Blouke Carus, Dr. Yvonne Delk. Anglikanisch: Rev. Marcus Braybrooke,
James Parks Morton. Orthodox: Maria Svolos Gebhard. Protestantisch:
Dr. Thelma Adair, Martti Ahtisaari, Rev. Wesley Ariarajah, Dr. Gerald
O. Barney, Dr. Nelvia M. Brady, Dr. David Breed, Rev. John Buchanan,
Bischof R. Sheldon Duecker, Prof. Diana L. Eck, Dr. Leon D. Finney,
Jr., Dr. James A. Forbes, Jr., Bischof Frederick C. James, Erzbischof
Mikko Juva, Prof. James Nelson, Dr. David Ramage, Jr., Robert Reneker,
Rev. Dr. Syngman Rhee, Rev. Margaret Orr Thomas, Prof. Carl Friedrich
v. Weizsäcker, Prof. Henry Wilson, Rev. Addie Wyatt. Römisch-katholisch:
Rev. Thomas A. Baima, Kardinal Joseph Bernardin, Pere Pierre- Francois
de Bethune, Schwester Joan M. Chatfield MM, Rev. Theodore M. Hesburgh
CSC, Abbot Timothy Kelly OSB, Jim Kenney, Prof. Hans Küng, Dolores
Leakey, Schwester Joan Monica McGuire OP, Rev. Maximilian Mizzi, Dr.
Robert Muller, Rev. Albert Nambiaparambil, Bischof Placido Rodriguez,
Bischof Willy Romelus, Dorothy Savage, Bruder David Steindl-Rast OSB,
Bruder Wayne Teasdale.
Eingeborenen-Religionen
H. I. G. Bambi Baaba. Akuapim: Nana Apeadu. Yoruba: S. K. H. Oseijeman
Adefunmi I, Baba Metahochi Kofi Zannu. Amerikanische Eingeborene: Archie
Mosay, Burton Pretty On Top, Peter V. Catches.
Hinduismus
Dr. M. Aram, Jayashree Athavale-Talwarkar, S. H. Swami Chidananda Saraswati,
Swami Chidananda Saraswati Muniji, Swami Dayananda Saraswati, Sadguru
Sant Keshavadas, P. V. Krishnayya, Dr. Lakshmi Kumari, Amrish Mahajan,
Dr. Krishna Reddy, Prof. V. Madhusudan Reddy, Swami Satchidananda,
S. H. Satguru Sivaya Subramuniyaswami, S. H. Dr. Bala Siva Yogindra
Maharaj. Vedanta: Pravrajika Amalaprana, Pravrajika Prabuddhaprana,
Pravrajika Vivekaprana.
Jainismus
Dr. Rashmikant Gardi. Digambar: Narendra P. Jain. Shwetambar: S. H. Shri
Atmanandji, Dipchand S. Gardi, S. E. Dr. L. M. Singhvi, S. H. Acharya
Sushil Kumarji Maharaj.
Judentum
Helen Spector. Konservativ: Prof. Susannah Heschel. Reformerisch: Rabbi
Herbert Bronstein, Norma U. Levitt, Rabbi Herman Schaalman, Dr. Howard
A. Sulkin. Orthodox: Prof. Ephraim Isaac.
Islam
Tan Sri Dato Seri Ahmad Sarji bin Abdul-Hamid, Dr. Qazi Ashfaq Ahmed,
Hamid Ahmed, Mazhar Ahmed, Hon. Louis Farrakhan, Dr. Hamid Abdul Hai,
Mohammed A. Hai, Dr. Mohammad Hamidullah, Dr. Aziza al-Hibri, Dr. Asad
Husain, Dato Dr. Haji Ismail bin Ibrahim, Dr. Irfan Ahmat Khan, Qadir
H. Khan, Dr. Abdel Rahman Osman. Schiitisch: Prof. Seyyed Hossein Nasr.
Sunnitisch: Imam Dawud Assad, Imam Warith Deen Mohammed, Hon. Syed
Shahabuddin.
Neu-Heiden
Rev. Baroness Cara-Marguerite-Drusilla, Rev. Deborah Ann Light, Lady
Olivia Robertson.
Sikhs
Siri Singh Sahib Bhai Sahib Harbhajan Singh Khalsa Yogiji, Bhai Mohinder
Singh, Dr. Mehervan Singh, Hardial Singh, Indarjit Singh, Singh Sahib
Jathedar Manjit Singh, Dr. Balwant Singh Hansra.
Taoisten
Chungliang Al Huang.
Theosophen
Radha Burnier.
Zoroastrier
Dastoor Dr. Kersey Antia, Dr. Homi Dhalla, Dastoor Dr. Kaikhusroo Minocher
JamaspAsa, Dastoor Jehangir Oshidari, Rohinton Rivetna, Homi Taleyarkhan,
Dastoor Kobad Zarolia, Dastoor Mehraban Zarthosty.
Interreligiöse Organisationen
Karl Berolzheimer, Dr. Daniel Gomez-Ibanez, Ma Jaya Bhagavati, Peter
Laurence, Dr. Karan Singh, John B. Taylor, Rev. Robert Traer, Dr. William
F. Vendley.
Hinzu kommt noch eine Reihe von Unterschriften, die nicht mehr zu identifizieren
waren.
|
 |
Stiftung
Weltethos Tübingen, Waldhäuser Straße 23, D-72076 Tübingen |