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Weltethos und Religionen

 
Thematischer Horizont und Grundlage der Weltethos-Idee ist die Auseinandersetzung mit den Religionen und den humanistischen Traditionen der Welt. Seit den 1980er Jahren sucht Hans Küng als katholischer Theologe systematisch die Auseinandersetzung mit den nicht-christlichen Religionen. Er betreibt interreligiöse Grundlagenforschung und führt Gespräche mit Religionsvertretern weltweit.
 
Grundlegend werden Hans Küngs Dialoge mit Religionswissenschaftlern (Josef van Ess, Heinrich von Stietencron, Heinz Bechert, Julia Ching) über Islam, Hinduismus, Buddhismus und Chinesische Religionen.
 
In der Umbruchzeit Ende der 1980er Jahre stellt Hans Küng die Frage nach der Rolle der Religionen in der Gesellschaft heute. Er macht mit der These »Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden« von sich reden, welche die programmatische Basis für sein Buch »Projekt Weltethos« wird. Hans Küng ist überzeugt: Gerade das Gemeinsame im Ethos kann zu einem einigenden, friedensstiftenden Band der Völkergemeinschaft werden, kann beitragen zu einem freieren, gerechteren, friedlicheren Zusammenleben in unserer globalisierten Welt.
 
Von »Projekt Weltethos« inspiriert, bitten die Initiatoren des Zweiten Parlaments der Weltreligion in Chicago (1993) Hans Küng um einen Entwurf einer »Erklärung zum Weltethos«, die auf dem Parlament von Religionsvertretern aus aller Welt diskutiert und verabschiedet wird und die auch die programmatische Grundlage der 1995 gegründeten Stiftung Weltethos bildet.
 
Im Rahmen der Stiftung setzt Hans Küng seine interreligiöse Grundlagenforschung fort. Wissenschaftliche Eckpfeiler werden Küngs Theorien über die religiösen Stromsysteme und über die Paradigmenwechsel in der Geschichte der Religionen, die Hans Küng in seinen umfassenden Grundlagenwerken zu Judentum, Christentum und Islam anwendet; fortgeführt wird diese Reihe von Stephan Schlensog mit seinem Werk »Der Hinduismus«.
 
Interreligiöse Pionierarbeit leistet auch Karl-Josef Kuschel mit seinen Werken zu den abrahamischen Religionen: »Streit um Abraham«, »Jud, Christ und Muselmann vereinigt? Lessings ›Nathan der Weise‹« und vor allem »Juden, Christen, Muslime – Herkunft und Zukunft«. Detaillierte Literaturangaben zu den oben genannten Werken sowie zu anderen einschlägigen interreligiösen Arbeiten im Stiftungskontext finden Sie unter Weltethos-Literatur.
  
-›› Zur Weltethos-Literatur
 
Ein weiterer Etappenschritt ist Hans Küngs Multimediaprojekt »Spurensuche. Die Weltreligionen auf dem Weg«, auf dessen Grundlage die Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos« erstellt wurde, die seit dem Jahr 2000 in vielen Sprachen weltweit unterwegs ist.
 
Seit ihrer Gründung engagiert sich die Stiftung weltweit im interreligiösen Bereich mit Konferenzen (s. Weltethos international und Basisdokumente), Projekten (s. Jugendcamp) und publizistischen Aktivitäten. Sie unterstützt Menschen und Organisationen, die sich im interreligiösen Bereich engagieren, und fördert die weltweite Verbreitung der Weltethos-Idee als notwendige Grundlage für einen fruchtbaren interreligiösen Dialog.



 
  

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